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Europan 10 - Ideenwettbewerb für Städtebau und Architektur
P r e s s e s p i e g e l | Workshop im Juli 2010
 

Presseartikel "Döbelner Allgemeine Zeitung"
am 16.07.2010


Voll auf die Zwölf
Was bringt Architektenwettbewerb für Leisnig? Als erstes ein Pilotprojekt am Markt

Presseartikel "Döbelner Anzeiger"
am 16.07.2010


Junge Architekten wollen die Innenstadt mit frischen Ideen beleben

Alle Hoffnung liegt zunächst auf der Hausnummer 12, nämlich von Quartier 11 am Leisniger Markt. Zumindest soll sich dort zualler erst sichtbar herauskristallisieren, was der europaweite Architektenwettbewerb Europan 10 der Bergstadt an Positivem bringen kann. Gestern trafen sich junge Architekten mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Innenministeriums und weiterer Institutionen zu einem Workshop in Leisnig.

Das so genannte Quartier 11 am Leisniger Markt ist schon länger im Gespräch, geht es um zukunftsweisende Stadtgestaltung unter Bedingungen schrumpfender Einwohnerzahlen: „Als typische Kleinstadt mit historischer Stadtstruktur stellt sich in Leisnig die Frage nach innerstädtischem, modernen Wohnen in einer alten Stadt", sagt Winfried Lütkemeier, Referatsleiter im Sächsischen Innenministerium und zuständig für den Bereich Wohnraumförderung.

Mit dem Haus Nummer 12 am Markt solle ein Signal gesetzt werden, das auch anderen Gebäudeeigentümern zeigt, wie es gehen kann. „In einem müssen wir uns im Klaren sein: Es zählt nur Kreativität und Entschlossenheit, wenn wir historische städtebauliche Substanz erhalten wollen. Das Argument: Es rechnet sich nicht, also geht es nicht, darf hier einfach nicht gelten."

Da das nur gemeinsam mit dem Eigentümer geht, sei Überzeugungsarbeit nötig, und diese soll die Hausnummer 12 am Markt optisch und handfest unterstützen - so jedenfalls die Überlegung seitens der gestrigen Akteure. „Wenn erst einmal etwas da steht, woran die Leute sehen, dass es funktioniert, wagen sie sich auch andere an ein eigenes Projekt heran", meint auch Thomas Schröder vom Leisniger Bauamt.

Der aktuelle Hauseigentümer der Nummer 12 hat signalisiert, dass er das Gebäude verkaufen möchte. „Mehr als möglicherweise ein Zwischenerwerber kann die Stadt allerdings nicht sein", stellt Bürgermeister Tobias Goth klar, „Dennoch sehen wir an diesem Punkt die Stadt in der Verantwortung, hier Investoren anzusprechen, die mit uns gemeinsam diesen ersten Schritt wagen." Goth ist sicher: Das erste positive Beispiel werde andere Hauseigentümer ermuntern, sich mit ähnlich innovativen Vorhaben in Richtung modernes Wohnen anzuschließen. Der Leisniger Innenstadt tut dies Not, sind doch dort die höchsten Leerstandsquoten zu verzeichen im Vergleich mit den Plattenbauten an der Meline.

Der gestrige Workshop rückte zwei der Europan-Wettbewerbsbeiträge in den Mittelpunkt des Interesses. Zum einen stellte der Berliner Architekt Alexander Raab seinen Sieger-Beitrag „2100 Meter" vor. Dieser zieht eine imaginäre Achse vom Sportareal nahe dem Freibad mit einem dort geplanten Aussichtsturm bis hinunter zur Mulde, wo Raab am Fischendorfer Flussufer ein Café mit Blick hinauf zur Burg und zur Stadt vorschlägt.

Als Kontrapunkt dazu steht der Beitrag von Caroline o‘Donell aus Irland, die ihre Arbeit „Urban Punc." genannt hat als Abkürzung von Urbane Punctuation, womit sie in der Altstadt punktuell Anreize moderner Architektur setzt. Hierbei geht es um innovative Lückenbebauung. Doch innovatives Sanieren erfordere auch Bezahlbarkeit, so Thomas Schröder. Ohne Förderung gehe da kaum etwas.

Wer sich nach Finanzierungsmöglichkeiten erkundigen möchte, meldet sich entweder auf dem Leisniger Bauamt oder surft auf die Internetseite der Sächsischen Aufbaubank unter der Internetadresse www.SAB-Sachsen.de. Wer die verschiedenen Leisnig betreffenden Projekte des Architektenwettbewerbes Europan in Augenschein nehmen und sich Inspiration holen möchte, hat dazu bald im Rathaus Gelegenheit. Nach den Worten von Tobias Goth sollen die Anschauungstafeln im Treppenhaus des Verwaltungebäudes ausgestellt werden.

Text: S. Robak

Europan_DA_16072010

Bürgermeister Tobias Goth (li.) und Architekt Alexander Raab präsentoeren den Entwurf, mit dem die Innenstadt wieder belebt werden soll.

Das „Quartier 11“ am Markt soll als Pilotprojekt dienen. Geplant sind außerdem ein Kletterturm und ein Café an der Mulde.
Laut Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) ist es alarmierend, dass der Wohnungsleerstand in der Innenstadt 32 Prozent beträgt. Vor allem junge Leute ziehe es raus aus dem Stadtzentrum.
Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sollen mittelfristig Ideen junger Architekten umgesetzt werden, die sich im Rahmen des Wettbewerbs „Europan 10“ bereits intensiv mit der hiesigen Stadtentwicklung auseinandergesetzt haben. Der Siegerentwurf der Berliner Architekten Alexander Raab und Philip Heckhausen sieht unter anderem vor, als Anziehungspunkte einen Kletterturm in der Nähe des Schwimmbades und ein Café mit Blick auf die Burg Mildenstein zu errichten. Ebenfalls berücksichtigt werden soll die Idee der im Wettbewerb Zweitplatzierten Caroline O‘Donnel. Sie will Bebauungslücken mit dem Gebäudetypus des sich nach unten verjüngenden „Apostroph“ füllen.
Modernisierung „Quartier 11“
Um diese Ideen und ihre mögliche Umsetzung zu diskutieren, kamen die Architekten, der Bürgermeister und andere Entscheidungsträger gestern zu einem Workshop zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem auch die Idee, das „Quartier 11“ am Markt zuallererst baulich aufzuwerten. „Weil die Berliner Architekten Raab und Heckhausen sich inzwischen intensiv mit der Stadt beschäftigt haben, sollen sie zum Haus Nummer zwölf eine Machbarkeitsstudie erstellen“, so Bürgermeister Goth. Er glaubt, dass dieses Pilotprojekt dazu dienen kann, einen Anstoß für weitere Modernisierungen in der Stadt zu geben. Die Finanzierung des Projekts ist derzeit jedoch noch vollkommen unklar. Fest steht, dass der bisherige Eigentümer das Haus verkaufen will und nicht an einer Investition interessiert ist.
Deshalb will Goth in den kommenden Monaten sowohl einheimische, als auch Investoren von außerhalb gewinnen. Er sei optimistisch, dass dieses Vorhaben gelingen würde, so Goth. Genaue Fakten kann der Bürgermeister zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht nennen. Ebensowenig kann er erklären, wie der bereits angesprochene Kletterturm und das Café mit Blick auf die Burg Mildenstein finanziert werden sollen. Architekt Alexander Raab sieht den kommenden Monaten dennoch ebenfalls optimistisch entgegen. „Die städtebaulichen Strukturen haben viel Potenzial. Außerdem fasziniert uns die in vielen deutschen Städten zunehmde Problematik der Schrumpfung der Städte“, sagt Raab. In seiner Machbarkeitsstudie wird der Architekt in den kommenden Wochen eine genauere Konzeption für das Haus Nummer zwölf am Markt und eine finanzielle Strategie entwickeln.
Erfolg in fünf bis sechs Jahren
Ihm wäre es am liebsten, wenn er das Haus komplett entkernen könne. Inwieweit derartige Maßnahmen möglich sind, muss noch besprochen werden. Bürgermeister Tobias Goth glaubt, dass nicht kurzfristig, aber doch innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre erste Teile des Konzepts erfolgreich umgesetzt werden können.

Text: J. Richter / Foto: L. Weidler

 


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