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Ergebnisse archäologischer Grabungen am Markt
im Rahmen der Verkehrsflächensanierung
P r e s s e s p i e g e l
 

Presseartikel "Döbelner Allgemeine Zeitung" am 06.11.2009:

Der Mann fürs Grobe
Oliver Spitzner präsentiert Ergebnisse und Erkenntnisse seiner Grabungen am Markt

DAZ Foto Archäologe Spitzner vor Heimatverein 272x172

Grabungstechniker Oliver Spitzner zeigt seinen Zuhörern die Bodenhorizonte, die sich bei Grabungen am Leisniger Markt aufgetan haben.


Er kam zu spät und improvisierte. Und trotzdem fesselte Oliver Spitzner seine Zuhörer. Denn der Grabungstechniker des sächsischen Landesamtes für Archäologie präsentierte in seinem Vortrag beim Geschichts- und Heimatverein spannende Funde und Erkenntnisse, die er bei seiner Arbeit unter dem Leisniger Markt sammelte.

"Guten Tag, mein Name ist Spitzner, und ich komme vom Amt für Baubehinderung." Wenn sich Grabungstechniker Oliver Spitzner so bei Bauherren vorstellt, hat er ihnen bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln genommen. Und wer sich vorstellt, der gebürtige Waldheimer Spitzner ist einer "der den ganzen Tag einen Stein abpinselt" und damit die Bauarbeiter von ihrem Tagwerk abhält, liegt sowieso falsch. "Ich bin der Mann fürs Grobe", sagt er. Denn Oliver Spitzner quetscht sich in den schmalsten Graben, buddelt im Schlamm, vermisst Bodenhorizonte und fotografiert Baugruben.
Am Leisniger Markt war er im April und Mai zugange. Dort fand er Funde, die ein Bild vom Aussehen des Platzes im Mittelalter zeichnen und die verblüffende Erkenntnisse möglich machen. Etwa dass die Gebäude bereits im 14. Jahrhundert so angeordnet waren, wie heute. "In der Keller-Außenwand der Baderei habe ich Keramik aus dem 14. Jahrhundert gefunden." Dass die Häuser damals anders aussahen, ist klar. "Wenn es mal brannte, haben die Leute auf den bestehenden Grundmauern einfach neue Gebäude hochgezogen", erklärt der Wissenschaftler. Bei der Rekonstruktion der Vergangenheit helfen ihm nicht nur Tonscherben. Auch das Aussehen der Bodenhorizonte und deren Einschlüsse geben Aufschluss, wie Leisnig früher wahrscheinlich ausgesehen haben könnte. Im Graben der Kanalbauer fand Spitzner quer liegende Bretter-Reste. Die Erklärung: "Hier muss mal ein Hohlweg entlang geführt haben." Nach und nach füllten die Bewohner diesen Hohlweg später zu. "Da kam jeder mit seiner Schubkarre vorbei." Bis heute sei dieses Phänomen zu beobachten, meint der Grabungstechniker. In Leisnig wies er auch mehrere Schmieden am Markt nach. Hier waren die Asche-Einschlüsse im Boden eine Grundlage für diesen Nachweis. Als Spitzner auf der Sohle des mittelalterlichen Marktes viereckige Vertiefungen freilegte, war er sicher, dass diese von den hölzernen Stützpfeilern stammte. Im kommenden Jahr bietet Leisnig wieder ein Arbeitsfeld für den Mann fürs Grobe. Dann reißen Kanalbauer die Ostseite des Marktes auf.

Text/Foto: Dirk Wurzel

 


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