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Europan 10 - Ideenwettbewerb für Städtebau und Architektur
P r e s s e s p i e g e l | Junge Architekten vor Ort
 

Presseartikel "Döbelner Anzeiger" am 28.04.2009

Bürgermeister zeigt Planern Schwachstellen

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Ulrike Poeverlein, die Chefin des Europan-Büros in Berlin, Gunter Maurer, Winfried Lütkemeier und Bürgermeister Tobias Goth (v.l.) zeigten gestern etwa einem Dutzend junger Architekten die Stadt Leisnig. Foto: Dietmar Thomas

Keine Frage. Die Stadtväter wollen eine attraktive Innen- und Altstadt. Doch was ihnen und vielleicht auch den bisherigen Planern fehlt, ist das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem I. Deshalb verspricht sich die Kommune ganz viel von Fachplanern, deren Studienabschluss noch nicht so lange her ist und die sich mit Kollegen in Europa austauschen wollen. Etwa ein Dutzend junger Architekten hat Bürgermeister Tobias Goth (CDU) gestern durch die Stadt geführt. Sie und noch etliche andere, die den Besichtigungstermin aber nicht wahrnehmen konnten, wollen im Rahmen des Architekturwettbewerbes "Europan 10" Lösungen für Leisnig erarbeiten. Dafür allerdings müssen sie erst einmal die Probleme kennen. Diese zeigten ihnen der Rathauschef und Bauamtsleiter Thomas Schröder.


Blick von außen erwünscht

In zweistündiger Wanderung hatte Tobias Goth über die Baustelle Marktplatz und an die Colditzer Straße zum Gelände der alten Zigarrenfabrik geführt. Ebenfalls eine große Baustelle sahen die Besucher rund ums Schützenhaus. Für diese drei Standorte und deren Vernetzung wünschen sich die Kommune und auch die Wettbewerbskommission "Entwicklungsideen mit dem Blick von außen". Dabei, so machte der Bauamtsleiter in der anschließenden "Rückfragestunde" mehrfach deutlich, geht es nicht um Detaillösungen. Eigentlich seien vielmehr grundsätzliche Ansätze gefragt.

"Die Probleme sind fast überall in unserer Stadt gleich: Wir haben zu wenige Parkplätze, zu wenig Grün und durch zu viel Überbauung zu wenig Licht", erklärte Thomas Schröder. Anliegen der Stadtentwicklung sei, den Altstadtcharakter zu erhalten, diesen aber so zu ergänzen, dass er modernen Wohn-anforderungen von Jung und Alt entspricht. Das Stadtentwicklungskonzept geht in den nächsten Jahren von 600 Wohnungen zu viel aus. Diese könnten nur zu einem kleinen Teil im Zentrum zurückgebaut werden. Deshalb müssten die Wohnungen hier und der Markt selbst attraktiv werden.

Schröder und auch Goth machten den jungen Architekten begrenzt Hoffnung auf Realisierung ihrer Vorschläge. Einerseits wegen privater Besitzverhältnisse, andererseits wegen fehlenden Geldes. Die Berliner Europan-Chefin Ulrike Poeverlein dagegen sprach den Planern Mut zu: "Die Wettbewerbserfahrungen bisher haben gezeigt, dass die Chancen auf Umsetzung gut stehen, wenn den Kommunen einzelne Teilschritte angeboten werden."

Stadt soll lebenswerter sein

Nein, Visionen von Leisnig in 20 Jahren gebe es nicht, sagte Tobias Goth auf Anfrage. Ziel sei, die Stadt so zu entwickeln, dass sie lebenswert ist und den Einwohnern das bietet, was sie brauchen: wohnungsnahe Dienstleistungen, Raum zum Durchatmen und Entspannen, Flair eben.

Auch für Touristen soll sich einiges ändern. Gesucht werde ein Parkplatz für Reisebusse und eine Art touristisches Leitsystem, das zum Verweilen und Bummeln in Leisnig "verführt". "Dazu müssen aber erst die Voraussetzung im Bereich Gastronomie und Hotellerie geschaffen werden", räumte der Bürgermeister ein.

Heike Stumpf
 
 

Presseartikel "Döbelner Allgemeine Zeitung" am 28.04.2009

"Leisnig muss mehr bieten"
Architekten aus ganz Deutschland in Leisnig / Schwerpunkt der Planungen ist der Markt


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Der Schwerpunkt liegt in der Belebung des Marktes. Dafür und für eine bessere Wegebeziehung zu weiteren wichtigen Gebieten Leisnigs sollen Architekten im Rahmen des Wettbewerbs Europan 10 Konzepte erstellen. Gestern besichtigten die jungen Planer mit der Stadtverwaltung die Burgstadt. Foto: Jürgen Kulschewski

Der Markt soll zum lebendigen Zentrum entwickelt werden, der besser mit weiteren Gebieten vernetzt ist. Um dafür Konzepte zu erstellen, ließen sich gestern 13 Architekten aus ganz Deutschland durch die Burgstadt führen. Für den Städtebau- und Architekturwettbewerb Europan 10 haben sich bisher 26 Büros eingetragen. Dabei soll Leisnig nicht nur für derzeitige und künftige Bewohner attraktiver werden, sondern auch mehr Touristen als bisher anziehen.


"Der Schwerpunkt liegt in der Gestaltung des Marktes, von dem aus wichtige Areale besser erschlossen werden", so Europan-Geschäftsführerin Ulrike Poeverlein während der Gesprächsrunde nach der Stadtbesichtigung. In ihren Planungen müssen die Architekten die derzeitigen Probleme Leisnigs berücksichtigen: Leerstand und ein unbelebtes Zentrum. "Wir haben 600 Wohnungen zu viel in der Stadt, der Altersdurchschnitt wird zunehmen. Sicher werden nicht alle Häuser abgerissen. Aber wir müssen darüber nachdenken, in den Randbereichen, beispielsweise am Sachsenplatz und An der Meline, rückzubauen", umreißt Bauamtsleiter Thomas Schröder eines der Problemfelder. Ein Abriss in diesen Bereichen könne in 10 bis 15 Jahren der Fall sein. Ein möglicher Effekt: Bewohner aus den Randbereichen ziehen ins Zentrum.
Denn der Markt soll Mittelpunkt der Stadt werden, der sich gastronomisch weiterentwickelt und an dem beispielsweise das Quartier 11 umgestaltet wird. "Er soll ein Treffpunkt sein, ein Ort der Kommunikation." Dieses Zentrum soll - auch dies, um die Wohnqualität zu erhöhen - besser vernetzt sein mit dem Sport- und Freizeitzentrum an der Chemnitzer Straße, dem Gewerbegebiet und dem Gelände der ehemaligen Zigarrenfabrik. Weil hier ein straffer Zeitplan zugrunde liegt, wird dieses Areal eine untergeordnete Rolle bei den Planungen der jungen Architekten spielen. Spätestens Ende Mai rechnen Stadt und Eigentümer mit einer Zusage über die Fördermittel für einen Abriss. "Dann könnte etwa im Juni oder Juli mit dem Abbruch begonnen werden und im Oktober Baufreiheit bestehen", so Goth. Geplant ist im vorderen Bereich ein zweigeschossiger Gewerbebau, im hinteren Bereich sind Eigenheime vorgesehen.
"In der Gesamtkonzeption für Leisnig soll der Charakter der Altstadt erhalten bleiben, aber architektonisch modern gestaltet werden", so Schröder. Ebenso sind mehr Grün und Parkplätze gewünscht. Bürgermeister Tobias Goth betonte, dass Leisnig auch für Touristen attraktiver werden müsse: "Leisnig muss mehr bieten. Gäste der Burg fahren nach dem Besuch nach Hause, weil im Zentrum kein Angebot ist. Es fehlt Gastronomie, Hotels. Der Tourismus steckt in Leisnig in den Kinderschuhen." Deshalb sollen auch Rad- und Fußwege in die Planungen Eingang finden. Auf Nachfrage des Sozialverbandes VdK, ob die Wege bei der Marktplatzsanierung behindertengerecht gestaltet werden, sagte Goth: "Wir wollen größtmögliche Barrierefreiheit. Dabei müssen wir auch auf junge Familien Rücksicht nehmen, die mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Denn die brauchen wir." Ende Juni müssen die Architekten ihre Vorschläge einreichen, im September tagt eine Fachkommission, die Gewinner stehen Anfang 2010 fest.

Lisa Garn
 


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