Zeittafel| 1046 | am 8. Juli schenkte Kaiser Heinrich III. nach einer in Rochlitz ausgestellten Urkunde seiner Gemahlin Agnes von Poitou die fünf Burgwardsbezirke Leisnig, Bolechina (Polkenberg), Grobi (Nauberg?), Teitzig (Colditz) und Rochlitz.
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| 1057 | war Leisnig ein Königshof, d. f. die Ländereien und Vorwerke, die zur Burgwardei Leisnig gehörten, hatten beträchtliche Mengen landwirtschaftlicher Erzeugnisse an die Hofhaltung des deutschen Königs zu liefern. |
| 1083 | schenkte Kaiser Heinrich IV. die drei Burgwardeien Leisnig, Polkenberg und Grobi dem Grafen Wiprecht von Groitzsch als Ausdruck des Dankes für treue Dienste, die Wiprecht dem Kaiser in seinem Kampf in Italien gegen Papst Gregor VII. geleistet hatte. Bis 1147 blieb Leisnig im Wiprechtschen Familienbesitz. Wiprechts Enkelin Mechthild heiratete den fränkischen Grafen Rabodo v. Abensberg und brachte diesem Leisnig in die Ehe mit. |
| 1147 | verkaufte Graf Rabodo v. Abensberg Leisnig an den Herzog Friedrich III. von Schwaben, der 1152 als deutscher Kaiser gewählt wurde und den wir unter dem Namen Friedrich Babarossa kennen. Dieser hat mehrere Male in Leisnig geweilt. In der Rittersherberge (dem früheren Fischendorfer Gasthof) stellte er der Stadt Lübeck (1188) einen Freibrief aus. Nachdem Leisnig 1147-1157 persönlicher Besitz Babarossas gewesen war, ging es in Reichsbesitz über. |
| 1157 | wurde Leisnig eine Burggrafenschaft des Deutschen Reiches und erhielt als Regenten einen kaiserlichen Burggrafen, der dem Markgrafen von Meißen unterstand. Der erste dieser Burggrafen war Heinrich I. (1157 bis 1203). Dieser gründete 1192 das Kloster Buch. Es folgten nun die Burggrafen Gerhard (bis 1217), Siegfried (bis 1239), Albero I. (bis 1258), Albero II. (bis 1308), Heinrich II. (bis 1346), Albero III. (bis 1349), Heinrich III. und Albert (die beide gemeinschaftlich regierten bis 1365). - Die Burggrafen besaßen das Münzrecht. (Gipsabdrücke Leisniger Münzen im Museum) |
| 1192 | Gründung des Zisterzienserklosters Buch |
| 1214 | erste urkundliche Erwähnung der St. Pankratiuskirche Tragnitz |
| 1286 | wird Leisnig erstmalig als Stadt Liznich genannt. |
| 1365 | hörte die Burggrafenschaft Leisnig zu bestehen auf. Infolge eines Streites mit dem Kloster Buch legte Burggraf Heinrich III. im Kloster Feuer. Die Meißner Markgrafen ergriffen Partei für das Kloster, besiegten die Leisniger Burggrafen und zwangen sie zur Übergabe ihrer Herrschaft an die Markgrafen Meißen. Die Burg Leisnig ist danach vom Markgrafen Wilhelm neu erbaut worden und hieß nunmehr Schloss Mildenstein. Um diese Zeit ist auch die Obermühle als zum Schloss gehörig (als "mul zcum Mildenstein", wie sie urkundlich 1435 erstmalig erwähnt wird) entstanden. Sie verband ein in den Felsen gehauener Stufengang mit dem Schlosse (die sog. "Rittertreppe"). |
| 1387 | bestimmte Markgraf Wilhelm Schloß Mildenstein als Witwensitz für seine Gemahlin, die als Witwe 1407 bis 1414 hier wohnte. Auch die fürstlichen Töchter haben (1455 bis 1457) öfter hier geweilt. Späterhin ist aber Colditz der bevorzugte Aufenthaltsort der Landesfürsten und ihrer Familien geworden. |
| 1388 | verkaufte die Kirche südlich des Obertores gelegnes Pfarrland, auf welchem Scheunen, ein Vorwerk und eine Töpferei erbaut wurden. Da der Kaufpreis ein jährlicher Pfefferzins war, nannte man diesen Vorort Pfeffersdorf. (Er lag im Bereich der jetzigen Würkertstraße und der inneren Chemnitzer Straße). |
| 1396 und 1408 | wurde das Vorwerk Lichtenhain aufgeteilt. Auf seine Fluren baute man die Häuser des Lichtenberges und der Neuen Sorge. |
| 1405 | erbaute man die spätere Superintendentur. Vor dieser Zeit befand sich (bis 1365) an deren Stelle ein zur Burg gehöriger Wirtschaftshof. (Ein doppelter Keller, ein vermauerter unterirdischer Gang usw. machen das Gebäude heute noch interessant.) |
| 1444 | brannte die Stadt samt Rathaus ab. |
| 1460 bis 1483 | wurde die Hauptkirche St. Matthäi im großen Stil neu gebaut. |
| 1481 | erhielt Leisnig das Stapelrecht. Jeder durchfahrende fremde Handelsherr musste seine Waren hier drei Tage lang zum Kauf anbieten. |
| 1495, 1508, 1535 | forderte die Pest in und um Leisnig viele Todesopfer. Es starben ganze Dörfer aus. |
| 1522 und 1523 | weilte Luther der Gemeindekasten-Ordnung wegen, die für ganz Deutschland vorbildlich werden sollte, in Leisnig. Einige Jahre vorher hatte Leisnig die Reformation angenommen. Die Gründung der Superintendentur erfolgte 1529, um welche Zeit unser Kirchspiel auch seinen heutigen Umfang erhielt. |
| 1525 | Tod des letzten Abtes im Kloster Buch und Auflösung des Klosters mit der Weiterführung der Anlage als Landesschulgut |
| 1547 | zog Kaiser Karl V. mit großer Truppenmacht durch Leisnig. Am 21.04. übernachtete er beim Bürgermeister Körbner am Markt, am 22.04. in Fischendorf. (Schlacht bei Mühlenberg am 24.04.) Während dieses Kriegszuges sollte Leisnig eingeäschert werden, als jedoch der Kaiser erfuhr, dass sein Lehrer Apian in Leisnig geboren war, blieb die Stadt verschont. |
| 1615 | wurde in Leisnig eine Witwe namens "Meline" mit ihren beiden erwachsenen Töchtern der Zauberei und Hexerei angeklagt und auf der großen Viehweide (Muldenwiese) auf einem Scheiterhaufen verbrannt. |
| 1664 | erhielt die St. Matthäikirche ihren noch heute bestehenden Altar. Schöpfer desselben war der Meißner Bildhauer Valentin Otte, der auch den Altar der Sittener Kirche nach dem Muster des Leisniger Altars schuf. (Schnitzereien von Valentin Otte befinden sich im Leisniger Museum.) |
| 1706 | hatte die nach dem großen Brande vom 05.10.1700 noch nicht wieder vollständig aufgebaute Stadt unter der Schwedischen Invasion (Einmarsch schwedisch-polnischer Truppen während des Nordischen Krieges) viel zu leiden. Der Polenkönig Stanislaus Leszinsky nahm sein Hauptquartier auf dem Schloß Mildenstein. Mitte Januar bis Mitte Mai 1707 weilte auch die polnisches Königin hier. Der Schwedenkönig Karl XII. besuchte Stanislaus während dieser Zeit zweimal in Leisnig. |
| 1727 | erhielt Leisnig eine Postdistanzsäule, die auf dem Marktplatz aufgestellt wurde. 1828 setzte man sie vor das Obertor (jetzt Lindenplatz). |
| 1753 | erschien Kamprads Chronik von Leisnig und Colditz. |
| 1787 | begann der planmäßige Obstanbau. Man fing an, die Kleine Viehweide (jetzt Gorschmitzer Gasse) mit Obstbäumen zu bepflanzen. Jeder neue Bürger musste bei Erlangung des Bürgerrechts 8 Groschen zahlen. - In Leisnig wurden im Jahre 1787 von 2 Tonpfeifenmachern 49.300 Tonpfeifen hergestellt. 1788: 40.000. Diese Tonpfeifen kamen auf den auswärtigen Märkten zum Verkauf und weisen hin auf den Tabakanbau, der damals in Sachsen betrieben wurde. (Im Jahre 1800 lieferte der Leipziger Kreis 2.000 Zentner Tabak.) |
| 1791 | sollte der Burgwardsturm auf dem Burglehn, das älteste Bauwerk Leisnigs, abgebrochen werden. Als man etwa 10 Meter abgetragen hatte, stellt man das Unternehmen ein. |
| 1806 | erschien (ab 25.01.) das "Leisniger Wochenblatt". |
| 1809 | wurde das nach dem Stadtbrande neu erstandene Rathaus eingeweiht, das nicht wieder auf dem Markt, sondern in der Häuserreihe der östlichen Marktseite, auf der Brandruine des Gasthofes "Zum goldenen Engel", erbaut worden war. |
| 1819 | wurde in der Tragnitzer Niedermühle die erste Spinnmaschine aufgestellt, womit das maschinelle Zeitalter in Leisnig begann. |
| 1839 | wurde das alte Kornhaus zu einem Stadttheater umgewandelt, oder, wie man sagte: zu einem "Komödiensaal auf Aktien". |
| 1845 | gründete sich ein Turnverein. |
| 1847 | wurde die Brauerei gebaut und das auf den Bürgerhäusern ruhende Braurecht aufgehoben. |
| 1848 | hatte Leisnig (Stadt und Land) eine demokratische Mehrheit bei den Wahlen zum Sächsischen Landtag erhalten. Ab 01.05.1849 erschien "Der Demokrat" als wöchentlich einmal erscheinende, in Leisnig gedruckte Parteizeitung. An dem revolutionären Maiaufstand in Dresden 1849 nahmen einige Leisniger teil. |
| 1853 | brachte man den ersten Briefkasten am Postgebäude (Burglehn) an. |
| 1856 | wurden vom Oberförster May Waldparkanlagen geschaffen, die den Namen Maylust erhielten. Sie waren viele Jahre ein Anziehungspunkt für Gäste und Einheimische, besonders in den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. |
| 1856 | zählte man in Leisnig an selbständigen Meistern: 37 Bäcker, 6 Beutler, 13 Böttcher, 4 Drechsler, 18 Fleischer, 12 Gerber, 7 Glaser, 2 Hutmacher, 11 Kürschner, 4 Sattler, 13 Schlosser, 5 Schmiede, 53 Schneider, 154 Schuhmacher (mit Gesellen 274), 6 Tuchscherer, 4 Wagner und Stellmacher, 51 Weber, 4 Zimmerer. |
| 1857 | wurde in der Tuchfabrik Heinrich Böttger die erste Dampfmaschine aufgestellt. |
| 1866 | wurde die Leisniger Feuerwehr gegründet. |
| 1867 | erhielt Leisnig Eisenbahnanschluss. Dadurch erfolgte eine Ausdehnung der Stadt nach Süden und Südosten. Neben vielen Vorteilen brachte er auch manche Nachteile, so z. B. den Wegfall der großen Getreidemärkte und das Aufhören der Flößerei auf der Mulde. |
| 1884 | wurde in dem 1867 gebauten Bad Mildenstein die Deutsche Fachschule für Drechsler und Bildhauer eröffnet. 1891 erfolgte ihre Verlegung nach Leipzig. |
| 1902 | fand das erste Heimatfest statt, 1927 das zweite, 1957 das dritte, 1996 das vierte. |
| 1913 | Kasernenneubau (Friedrich-August-Kaserne) |
| 1938 | ergab in Leisnig eine Zählung 35.078 Obstbäume, darunter 12.231 Äpfel-, 5.566 Süß- und 3.548 Sauerkirsch-, 4.869 Birn- , 5.423 Pflaumen- und Zwetschenbäume, sowie 20.140 Johannisbeer- und 83.657 Stachelbeersträucher. |
| 1945 | Ende des Zweiten Weltkrieges. 8. Mai Einmarsch der sowjetischen Truppen. Besetzung des Kasernenbereiches und Krankenhauses. |
| 1965 | Eingemeindung der Gemeinden Fischendorf, Klosterbuch mit Ortsteilen und Meinitz zur Stadt Leisnig. |
| 1969 | Eingemeindung der Gemeinden Brösen mit Ortsteilen und der Gemeinde Gorschmitz mit Ortsteilen zur Stadt Leisnig. |
| 1971 | Eröffnung des Freibades. |
| 1984 | Verkehrsfreigabe der neuen Muldenbrücke Leisnig-Fischendorf. |
| 1988 | Rekonstruktion der Postmeilensäule am Lindenplatz. |
| 1989 | Bürger von Leisnig nahmen an den Montags-Demonstrationen in Leipzig teil. ( Ziel: Veränderung der politischen Lage in der DDR). In Leisnig übernahm der Runde Tisch unter Leitung von Pfarrer Mauersberger die Führung der Stadt in der Umbruchphase. |
| 1990 | Erste freie Wahlen seit 1933. Abschluss Städtepartnerschaft mit der Stadt Bünde in Nordrhein-Westfalen. |
| 1991 | Beginn der Stadtsanierung "Altstadt Leisnig". |
| 1992 | Eingemeindung der Gemeinde Minkwitz zur Stadt Leisnig. Treffen deutscher Garnisonsstädte in Ostdeutschland. |
| 1993 | Abzug der russischen Streitkräfte. Damit endet die Geschichte Leisnigs als Garnisonsstadt. |
| 1994 | Erschließung des Gewerbegebietes. Einweihung des Umbaues des ehemaligen Elektromotorenwerkes zur Mittelschule Leisnig. |
| 1995 | Einweihung des Altenpflegeheimes "Am Sonnenblick". |
| 1999 | Einweihung der Dr.-Rüdiger-Thiele-Brücke als Teil der Umgehungsstraße. |
| 2002 | wurde die Stadt Leisnig von der schwersten Hochwasserkatastrophe in ihrer Geschichte heimgesucht. |
| 2002 bis 2005 | Durchführung der Maßnahmen zur Schadensbeseitigung aus dem Hochwasser 2002 |
| 2005 | Verkehrsfreigabe der Fischendorfer Brücke mit Bahnübergang |